Tech-Blog: Die optimale Verbindung zum Webinarraum

techblog-small-DEWebinare sind schon faszinierend. Ganz egal wo Sie sich auf der Welt befinden, ein Internetzugang ermöglicht es Ihnen, mit anderen Personen in Kontakt zu treten und gemeinsam zu lernen oder auch Ihr eigenes Wissen zu vermitteln. Damit der Wissensaustausch in Echtzeit funktioniert, wird das Netzwerkprotokoll RTMP benötigt. Vielleicht ahnen Sie es schon… dieser Beitrag wird etwas technischer. Aber lassen Sie sich nicht abschrecken, wir erklären Ihnen möglichst einfach, was Sie beachten müssen, damit Sie immer eine gute Webinarübertragung haben und Störungen vermeiden.

Live und online – Wissensaustausch in Echtzeit
Netzwerkprotokolle regeln den Datenaustausch zwischen Computern bzw. Prozessen, die in einem Rechnernetz miteinander verbunden sind. RTMP steht für Real Time Messaging Protocol. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um ein Protokoll, das die Kommunikation in Echtzeit regelt. Im Webinar werden mithilfe von RTMP unter anderem Chatnachrichten, Grafiken, Audio- und Video übermittelt. Das Protokoll alleine reicht natürlich nicht aus, damit die Webinardaten auch in Echtzeit übermittelt werden können. Eine stabile Internetverbindung mit guter Bandbreite und geringer Latenz ist dabei essentiell. Ist die Internetverbindung nicht stabil oder schwach, können die Daten nicht rechtzeitig übermittelt werden. Im schlimmsten Fall gehen Datenpakete verloren und das Webinar kann nicht vollständig übertragen werden.

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RTMP können Sie sich wie eine Autobahn vorstellen: In beide “Fahrtrichtungen” werden Datenpakete transportiert (Senden und Empfangen). Immer wenn neue Daten hinzukommen, werden diese direkt übermittelt. Wenn eine geringe Bandbreite vorliegt, ist es, als ob einer der Fahrstreifen blockiert ist. Die gleiche Menge an Daten kann nun nicht mehr so schnell in eine Richtung transportiert werden, da weniger Platz/Bandbreite vorhanden ist. Wie lange ein Datenpaket vom Sender bis zum Empfänger benötigt, wird als Latenz bezeichnet. Je langsamer das Datenpaket von A nach B transportiert wird, desto höher ist der Latenzwert. Hohe Latenzen können zum einen dadurch entstehen, dass die Bandbreite gering ist oder, dass zu viele Daten zur gleichen Zeit übermittelt werden sollen.

SmartTV, Handy und Computer
Ein hoher Latenzwert muss nicht immer durch Ihren Computer verursacht werden. Immer mehr Fernseher sind heute smart und mit dem Internet verbunden. Fast jedes Handy greift inzwischen auf das hauseigene W-LAN zu und zusätzliche Computer nutzen ebenfalls die gleiche Internetleitung. Während Sie im Webinar sind, sollten Sie deshalb nicht nur darauf achten, dass auf Ihrem Computer nicht noch andere Programme auf das Internet zugreifen, sondern ebenfalls, dass nicht gleichzeitig andere Nutzer über Ihre Internetverbindung beispielsweise einen Film über Netflix streamen oder Musik über Spotify hören. Auch wenn bspw. ein Video auf YouTube oder Facebook abgespielt wird, werden zusätzliche Datenpakete über Ihre Internetverbindung transportiert und nehmen Bandbreite in Beschlag.

Firewall oder RTMP vs. RTMPT
Bei den meisten Computern ist eine Firewall automatisch aktiviert. Das ist auch gut, da sie den Computer vor unerwünschten Zugriffen schützt. Sie können Ihre Firewall auch selber konfigurieren und an Ihre Bedürnisse anpassen. In Firmennetzwerken ist meist eine sehr strikte Firewall eingerichtet. Um Webinare in Echtzeit abhalten zu können, muss, wie oben bereits erklärt, das Protokoll RTMP zugelassen sein. Die Erfahrung zeigt, dass besonders in Firmennetzwerken auf das getunnelte Protokoll RTMPT zurückgegriffen werden muss, da die Firewalls RTMP blockieren.

RTMPT ist nicht geeignet für Webinare
Der Unterschied zwischen RTMP und RTMPT ist, dass die Kommunikation in Echtzeit nicht mehr möglich ist. Die Daten werden nicht konstant übertragen sondern nur stoßweise gesendet und empfangen. In diesem Fall ist die Metapher der Autobahn nicht passend. Die Übertragung per RTMPT kann eher mit einer Fähre verglichen werden. Das Protokoll kann immer nur eine bestimmte Menge an Daten jedes Mal von A nach B transportieren. Wenn es mehr Daten zu versenden gibt, muss darauf gewartet werden, bis die nächsten Datenpakete übermittelt werden können. Bei hohen Datenmengen, die übertragen werden müssen, wie bspw. beim Screensharing, ist es unmöglich ein flüssiges Webinar zu veranstalten.

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Besonders wenn ein Moderator per RTMPT verbunden ist, ist ein Webinar nicht realisierbar, da Störungen auf jeden Fall auftreten werden. Aber auch Teilnehmer sollten möglichst auf RTMPT verzichten, da auch hier Daten nicht flüssig übermittelt werden können. Auch wenn Sie nicht der Moderator des Webinars sind, der bspw. das Screensharing aktiviert, heißt das nicht, dass Sie keine gute Internetverbindung benötigen. Sie müssen die Daten aus dem Webinarraum auch empfangen und sind daher ebenfalls auf eine gute Verbindung angewiesen.

Wir haben Ihnen eine kurze Checkliste zusammengestellt, mit der Sie die wichtigsten Aspekte vor dem nächsten Webinar prüfen können.

Checkliste

  • Ist die Internetverbindung ausreichend?
    • Für Teilnehmer: mind. DSL 6.000
    • Für Moderatoren mind. DSL 16.000, ideal sind DSL 50.000
  • Sicherstellen, dass keine anderen Geräte oder Prozesse auf die Internerverbindung zugreifen
    (Handy, SmartTV, andere Computer)
  • Computer mit Netzwerkkabel verbinden. WLAN vermeiden!
  • Firewall prüfen und sicherstellen, dass RTMP zugelassen wird
  • Systemcheck durchführen www.edudip.com/selftest
    • Für Moderatoren gibt es demnächst einen zusätzlichen Check, der noch genauer die benötigten Parameter prüft.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim nächsten Webinar. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne unter support@edudip.com zur Verfügung.

Ihr edudip-Team

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