Trainer-Interview mit Zamyat M. Klein

Zamyat M. Klein ist Diplom-Pädagogin, Coach und Autorin und verfügt über jahrzentelange Erfahrung als Trainerin. Nach anfänglichem Misstrauen gegenüber Webinaren, sind diese nun seit vielen Jahren fester Bestandteil von Frau Kleins Ausbildungsangeboten. Kreativität, Interaktion und Lebendigkeit sind der Unternehmerin und freiberuflichen Trainerin bei der Gestaltung ihrer Seminarmethoden besonders wichtig und so veröffentlichte sie vor Kurzem das Buch „150 kreative Webinar-Methoden“. Worum es in Ihrem Buch geht und wie es Frau Klein geschafft hat, sich als erfolgreiche (Online-)Trainern zu etablieren, erzählt Sie uns in unserem heutigen Blogeintrag.

edudip: Erzählen Sie doch bitte ein wenig über sich und Ihren beruflichen Background
Zamyat M. Klein: Nach dem Studium zur Diplom-Pädagogin bin ich seit 1980 Trainerin. Seit 1991 arbeite ich in meinem Unternehmen ZamyatSeminare als freiberufliche Trainerin, Coach und Autorin zu den Schwerpunkten „Train the Trainer“ und Kreativitätstechniken. Die neueste Entwicklung ist, dass ich neben Präsenz- und Online-Seminaren für Trainer auch Seminare in der Natur anbiete. Denn beim Wandern wird der Kopf frei und kreative Ideen kommen von selbst. Dort geht es um die Planung konkreter Projekte, einer beruflichen Umorientierung oder einer grundsätzlichen Orientierung und Lebensplanung.

edudip: Wie sind Sie dazu gekommen Webinare auf edudip anzubieten?
Zamyat M. Klein: Meine ersten Online-Seminare habe ich mit 2006 gegeben, damals aber nur in einem Forum, also schriftlich und asynchron. Anfänglich war ich Webinaren gegenüber sehr misstrauisch, denn auch in meinen Präsenzseminaren habe ich nie mit Power Point und Beamer Vorträge gehalten. Mir waren teilnehmeraktivierende Methoden immer sehr wichtig. Lebendige, kreative und bewegte Seminare sind mein Markenzeichen. Das konnte ich mir online erst einmal schwer vorstellen. Und die ersten Webinare, die ich kennenlernte, waren meist langweilige PowerPoint-Vorträge. Das wollte ich auf keinen Fall machen. Wie ich genau auf edudip kam, weiß ich nicht mehr (sicher durch eine Empfehlung), aber es war der erste Anbieter, den ich für Webinare ausprobierte und nutze ihn seitdem.

Inzwischen habe ich noch andere Plattformen kennengelernt und ausprobiert, sowohl als Trainerin als auch als Teilnehmerin, da das oft von den Unternehmen vorgegeben wird.
Meine eigenen Webinare biete ich aber immer über edudip an, auch die im Rahmen meiner Online-Trainer-Ausbildung und Webinar-Trainer-Ausbildung. Ich finde die Bedienung bei edudip sehr leicht zu erlernen und die Tools für die Webinare auch sehr gut und vor allem stabil (Whiteboard, Zeichenwerkzeuge, Screensharing, Einbindung von YouTube-Filmen usw.). Das ist für meine interaktive Arbeit sehr wichtig.

edudip: Seit wann sind Sie richtig erfolgreich mit Ihren Webinaren?
Zamyat M. Klein: Das kann ich so nicht beantworten, denn ich biete kaum isolierte Webinare an. Meine Online-Seminare sind immer eine Kombination aus der Arbeit im Forum in meiner OAZE – Online-Akademie und Webinaren bei edudip.
Die Webinare sind also integriert in das Gesamtpaket und erscheinen daher gar nicht öffentlich bei edudip. Allerdings plane ich schon länger, wieder mehr öffentliche Webinare über edudip anzubieten, die dann auch auf dem Marktplatz erscheinen, nur fehlte mir dazu bisher die Zeit.
Aber zurück zum Thema erfolgreich: Ich führe gerade die 14. Online-Trainer-Ausbildung durch, davon gibt es 2 pro Jahr. Das finde ich schon prima und es macht mir total viel Spaß. Zumal sich das immer weiter entwickelt durch die Praxis, die Entwicklung neuer Tools und natürlich auch durch die Teilnehmer. Wir entwickeln gemeinsam oft neue Methoden und Anwendungen und ich bin ganz begeistert, was online alles möglich ist.
Das bezieht sich sowohl auf die Arbeit im Forum als auch in den Webinaren.
Ich bin selbst immer wieder erstaunt, wie man doch viele Methoden aus Präsenzseminaren entweder 1:1 oder leicht verändert auch online einsetzen kann.
Vor allem aber auch darüber, wie auch hier die Gruppendynamik funktioniert und sich Menschen auch virtuell sehr intensiv kennenlernen, austauschen und miteinander arbeiten können.

edudip: Mit welcher Strategie sind Sie vorgegangen, wie haben Sie Ihre Webinare vermarktet und wie haben Sie sich Ihre Fangemeinde aufgebaut?
Zamyat M. Klein: Wenn ich den Aspekt Marketing isoliert betrachte: Sicherlich bin ich unter anderem durch meine vielen Bücher für Trainer bekannt. Ich treffe immer wieder Trainer-Kolleginnen auf Kongressen oder sogar in der Türkei, wo dann plötzlich jemand sagt: „Ach, ich habe ja ein Buch von Ihnen!“
Zum anderen bin ich seit vielen Jahren in den Sozialen Medien aktiv, vor allem bei Twitter und Facebook. Und ich werde seit vielen Jahren als Referentin bei Kongressen und Trainertreffen eingeladen. Dieses Jahr zum Beispiel wieder beim Trainerkongress Berlin und beim e-Trainer-Kongress.
Der andere Punkt ist aber eher inhaltlich. Ich mache einfach sehr andere Online-Seminare als die meisten, die ich sonst so erlebe. Eben nicht reine Vorträge vor der Kamera oder mit Text-Folien, sondern mit kreativen und interaktiven Methoden. Die Teilnehmer sind immer wieder völlig überrascht, was da alles möglich ist. Dass sie sich nicht langweilten und gar nicht auf die Idee kamen, mal nebenbei die E-Mails zu checken. Als gebürtige Kölnerin bin ich da auch ziemlich hemmungslos, ähnlich wie in meinem Präsenzseminaren setze ich auch schon mal komische Requisiten ein, mache mit meinen Teilnehmern Yoga am PC oder tanze mit ihnen vor dem PC. Es ist eben fast alles möglich, man muss nur mutig oder „verrückt“ genug sein. :-)-

edudip: Sie haben nun sogar ein Buch mit dem Titel „150 kreative Webinar-Methoden“ geschrieben. Erzählen Sie uns doch ein wenig über Ihr Buch und was Sie dazu veranlasst hat dieses zu schreiben.
Zamyat M. Klein: Anlass war das, was ich eben bereits erwähnt habe. Ich möchte Trainern zeigen, dass man auch in Webinaren kreative und lebendige Methoden einsetzen kann. Natürlich ist es mehr Arbeit in der Vorbereitung und natürlich nimmt es im Webinar selbst etwas mehr Zeit in Anspruch, als wenn ich einfach einen Vortrag runternudele. Das Argument (keine Zeit für „Spielchen“!) kommt ja genauso von Präsenztrainern. Nur – will ich möglichst schnell irgendetwas runterrasseln oder will ich, dass meine Teilnehmer wirklich etwas lernen und mitnehmen, das sie anschließend auch umsetzen können? Lernen funktioniert nun mal nach wie vor nicht so, dass das, was ich von mir gebe, eins zu eins in den Köpfen der Teilnehmer verankert wird. Das wissen wir seit langer Zeit, trotzdem richtet sich kaum jemand danach. Und bei Online-Seminaren ist die Gefahr noch größer, dass es wie der uralteFrontalunterricht aus dem Mittelalter durchgezogen wird, nur mit neuen Medien. Dadurch wird es aber nicht besser! Mit meinem Buch will ich den Trainern Handwerkzeug geben, mit denen sie ihre Webinare interessant und nachhaltig gestalten können und ihnen vor allem auch Mut machen, neue Dinge auszuprobieren. Das wird sicher vor allem Trainer ansprechen, die auch inhaltliche Schulungen und Seminare anbieten.
Viele nutzen Webinare ja eher nur als Verkaufsinstrument, da legen sie nicht viel Wert auf kreative Methoden. Was allerdings auch zu kurz gedacht ist. Denn ich bin sicher: Auch Verkaufs- und Werbe-Webinare sind sicher erfolgreicher, wenn sie spannend und kreativ gestaltet sind und die Teilnehmer sich wirklich angesprochen und einbezogen fühlen.

edudip: Haben Sie einen Tipp für Trainer oder die, die es werden wollen?
Zamyat M. Klein: Weniger einen Tipp als einen Hinweis. Trainer ist ein Beruf! Das muss man lernen wie andere Berufe auch. Seit es Webinare gibt, fühlen sich Menschen aus Verkauf und Marketing plötzlich dazu berufen, „Seminare“ zu geben. Bei einem Präsenz-Seminar kämen sie wahrscheinlich nie auf die Idee.
Das finde ich schade und das lässt Webinare leider noch bei vielen Menschen in einem negativen Licht erscheinen, vor allem bei Trainern, die noch nicht so online-affin sind.

edudip: Wo liegt für Sie der Unterschied zwischen Präsenz- und Online-Seminaren bzw. welche Vorteile sehen Sie in Online-Seminaren?
Zamyat M. Klein: Viele meinen, dass Online-Seminare nur ein mehr oder weniger schlechter oder guter Ersatz für Präsenzseminare sind. Durch meine langjährige Online-Praxis sehe ich das inzwischen komplett anders. Ich kann meine Teilnehmer online viel intensiver begleiten und quasi 1:1 mit ihnen arbeiten. Es ist mehr wie ein Coaching. In der Online-Trainer-Ausbildung entwickle ich mit jedem Teilnehmer sein konkretes Seminarkonzept für sein erstes Online-Seminar, jeden Schritt, jede Methode. Vor allem natürlich im Forum. In den Webinaren können sie kleine Übungssequenzen machen und auch da konkret trainieren.
Das ist in einem zweitägigen Präsenzseminar so gar nicht möglich. Da habe ich die Methoden vorgestellt und mit den Trainern gemacht – und dann sind sie nach Hause gefahren. Bei der Umsetzung konnte ich sie nicht mehr begleiten.
Von daher sind Online-Seminare für mich nicht nur ein vollwertiger Ersatz, sondern bei vielen Themen sogar noch besser. Ich würde beispielsweise nie mehr das Thema Zeitmanagement in einem Präsenzseminar anbieten. Das mache ich nur noch online. Da bekommen die Teilnehmer jeden Tag nur ein kleines Tool, das sie direkt vor Ort am Arbeitsplatz ausprobieren und integrieren können. Über 14 Tage. Der Transfer ist also gleich mit eingebaut und macht die Seminare dann natürlich viel effektiver als wenn ich den Teilnehmern 20 Zeitmanagement-Tools in einem Präsenzseminar vorstelle, sie anschließend nach Hause fahren, zwei ausprobieren und den Rest vergessen. Kurz und gut: Ich bin begeistert von den Möglichkeiten, online zu trainieren und zu lernen und werden diesen Bereich für mich immer weiter ausbauen.
Ein weiterer Vorteil ist natürlich auch der, dass man sich Hotel- und Fahrtkosten spart und dadurch dann auch wiederum Zeit.

Wir bedanken uns bei Frau Klein für Ihre Zeit und Ihre offenen Worte und wünschen Ihr weiterhin viel Erfolg. Ihre Akademie finden Sie hier: Zamyat M. Klein

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